Zwei Brüder, eine Stiftung

Veröffentlicht am: 2. November 2026

Andreas Limbach war 25 Jahre lang selbstständiger Apotheker in Bonn, und noch länger unterstützt er die Salesianer Don Boscos. Nun hat er die Klaus-Dieter und Andreas Limbach-Stiftung gegründet. Sie soll jungen Menschen in allen Teilen der Welt Bildung und Ausbildung ermöglichen sowie die Erinnerung an seinen älteren Bruder wachhalten.

Andreas Limbach schließt seine Apotheke in Bonn ab, lädt ein paar Kartons ins Auto und fährt los. Darin sind Medikamente und Verbandsmaterial, die Kundinnen und Kunden zurückgebracht haben: originalverpackt, noch haltbar und in ärmeren Ländern dringend gebraucht. Sein Ziel ist Don Bosco Bonn. „Ich bin an meinem freien Tag kurz vorbeigefahren, und manchmal bin ich noch eine Weile zum Plaudern dort geblieben“, erzählt Andreas Limbach. Das war vor rund 30 Jahren. Seine Lieferungen gibt es längst nicht mehr, die Vorschriften sind zu streng geworden. Doch aus den Besuchen ist eine Verbindung entstanden, die bis heute hält.

Was Bildung möglich macht

Dass er einmal stiften würde, war nicht vorgezeichnet. Andreas Limbach wuchs in einfachen Verhältnissen auf, seine Mutter zog ihn und seinen älteren Bruder allein groß. Schule, Ausbildung und Studium eröffneten ihm berufliche Möglichkeiten, schließlich führte er seine eigene Apotheke. „Die Stiftung soll jungen Menschen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben durch Bildung und Ausbildung ermöglichen, so wie ich es selbst erfahren durfte“, sagt er.

Mit der Kirche verbindet ihn viel Positives: Christliche Erziehung, Ministrantenzeit mit einem engagierten jungen Kaplan, ein katholisches Jungengymnasium. Unkritisch sieht er die Kirche trotzdem nicht. Aber ihr soziales Engagement überzeugt ihn, und die Salesianer ganz besonders. „Sie begleiten junge Menschen und helfen ihnen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Das hat mich inspiriert, mich auch selbst für junge Leute zu engagieren.“

Lieber jetzt als irgendwann

Eigentlich wollte er die Stiftung erst in seinem Testament verfügen. Dann änderte er seine Meinung: „Mitzuerleben, was daraus entsteht, ist doch viel schöner“. Er gründete eine Treuhandstiftung im Don Bosco Stiftungszentrum. Das Startkapital hat er bereits eingebracht, sein Erbe soll später dazukommen. Unterstützt werden insbesondere Projekte in Afrika und Südamerika, in Ländern, die er selbst bereist hat. Auch vor der Gründung spendete er für verschiedene Projekte. Die Stiftung ergänzt sein Engagement nun gezielt an einer Stelle.

Auch die Frage, was einmal bleiben soll, spielte bei der Gründung eine Rolle. Andreas Limbach und seine Frau sind kinderlos.

Zwei Brüder

Die Stiftung trägt die Namen beider Brüder: Klaus-Dieter und Andreas. Klaus-Dieter, der ältere der beiden, ist früh gestorben. Der Gedanke, dass sich eines Tages niemand mehr an ihn erinnern könnte, ließ Andreas Limbach nicht los. Und sein eigener Name? Dazu sagt er mit einem Augenzwinkern: „Da bin ich dann eitel genug, dass mein Name auch auftaucht.“

Auch seine Mutter freut sich über die Stiftung. Sie weiß, dass die Namen ihrer beiden Söhne auf diese Weise weitergetragen werden.